Erzählungen aus dem Norwegischen. Originaltitel: Brönnene. Übersetzer: Ulrich Sonnenberg
Von
Hans Herbjörnsrud 288 Seiten. Gebunden. 14 x 22 cm. (2010)
Die Erzählungen des preisgekrönten norwegischen Autors lesen sich wie rätselhafte Sagen aus einer anderen Zeit und sind doch ganz gegenwärtig.
Hans Herbj¢rnsrud ist Schriftsteller und Bauer, und diese Doppelexistenz spiegelt sich in seiner Literatur: Seine Erzählungen sprengen die Grenzen der Realität, öffnen sich dem Irrationalen, der Welt der Träume und Visionen, zielen auf die blinden Flecken unseres Denkens und unserer Seele. Gleichzeitig sind sie bodenständig und der konkreten ländlichen Umgebung verhaftet, in der sie entstehen: der Telemark, eines Landstrichs im Süden Norwegens.
Hier entzündet sich z.B. im Jahre 1835 an einem falschen Grenzstein ein Streit zwischen Brüdern, der zum Brudermord führt, welcher den romantischen Dichter Wergeland zu einem visionären Gedicht inspiriert und ihn letztlich in Wahnsinn und Tod treibt.
Ein Lehrer, der sich anschickt, das alles aufzuschreiben, versiegelt schließlich das Beweismaterial im Brunnenschacht vor dem Haus, weil er fürchtet, die Welt sei noch nicht bereit für die Wahrheit.
In jeder der fünf Geschichten in Hans Herbjörnsruds Erzählband durchdringen sich Reales und Imaginäres, und in jeder taucht ein Brunnen auf; er kann ein Abgrund sein, der in die tiefsten Schichten der menschlichen Seele führt, aber auch ein Ort des Übergangs in andere Zeit- und Bewusstseinsschichten, eine Tür für Assoziationen und Träume.
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Die Brunnen